Die Sache mit der Dominanz …

Immer wieder ist vom „Dominanz­verhalten“ die Rede, welches die ­Wurzel allen Übels sei, und das nur zu oft als Indikation für eine ­Kastration herhalten muss.

Dominanz ist aber keine Eigenschaft, sondern eine Beziehung, und zwar eine, die von unten nach oben stabilisiert und nicht andersrum von oben nach unten „durchgeboxt“ wird. Ein wirklich als dominant anerkanntes Tier ist ­souverän und hat keine ­Aggression nötig. Einem dominanten Tier ­werden freiwillig Privilegien zugestanden, sprich, es kann jederzeit seine ­Interessen ohne den Einsatz von Gewalt gegen den Anderen durch­setzen.

Das oft als Dominanz bezeichnete Verhalten hat also nichts mit einem Dominanzstreben des Hundes zu tun,  sondern spiegelt in den meisten Fällen einen mangelnden Führungsanspruch bzw. mangelnde Führungskompetenz des Halters wider.

Dass hier eine Kastration keine Abhilfe schaffen kann, muss wohl nicht extra erwähnt werden.

Zitat von PD Dr. Udo Gansloßer